Einsamkeit in Deutschland: Eine Übersicht über den TK-Einsamkeitsreports 2024
von Sophie Kill
Die Techniker Krankenkasse hat mit dem Einsamkeitsreport 2024 eine bundesweit repräsentative Befragung vorgelegt, die verdeutlicht, wie weit verbreitet Einsamkeit in Deutschland ist und welche Folgen sie für Gesundheit und Arbeitswelt hat.
Ausmaß und Betroffenengruppen
Sechs von zehn Menschen in Deutschland haben bereits Erfahrungen mit Einsamkeit gemacht. Vier Prozent fühlen sich häufig einsam, 13 Prozent manchmal, weitere 42 Prozent selten. Besonders betroffen sind jüngere Menschen: In der Altersgruppe unter 40 Jahren geben 68 Prozent an, sich zumindest gelegentlich einsam zu fühlen – fast doppelt so viele wie bei den über 60-Jährigen (22 Prozent). Singles und Alleinlebende sind ebenfalls stärker gefährdet als Menschen in Partnerschaften.
Gesundheitliche Auswirkungen
Einsamkeit bleibt nicht ohne Folgen. Menschen, die sich häufig oder manchmal einsam fühlen, bewerten ihre Gesundheit deutlich schlechter. Sie leiden häufiger unter gedrückter Stimmung, Erschöpfung, Schlafstörungen oder Ängsten. Auch körperliche Beschwerden wie Magen- oder Atemprobleme treten vermehrt auf. Langfristig erhöht Einsamkeit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Demenz.
Tabuthema Einsamkeit
Obwohl Einsamkeit viele betrifft, bleibt das Thema oft unausgesprochen. Rund ein Viertel der Befragten hat noch nie mit jemandem über dieses Gefühl gesprochen. Scham, das Bedürfnis, niemanden zu belasten, und Zweifel am Nutzen eines Gesprächs sind die häufigsten Gründe für das Schweigen.
Einsamkeit am Arbeitsplatz
Auch im Berufsleben spielt Einsamkeit eine Rolle: 15 Prozent der Erwerbstätigen fühlen sich häufig oder manchmal einsam – das entspricht etwa jeder und jedem Siebten. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer (19 Prozent gegenüber 11 Prozent). Während die Mehrheit der Beschäftigten gute soziale Kontakte am Arbeitsplatz hat, zeigt sich, dass einsame Mitarbeitende häufiger Wertschätzung und Zugehörigkeit vermissen. Besonders durch Homeoffice und digitale Arbeitsformen gehen Möglichkeiten für spontanen Austausch verloren.
Fazit
Einsamkeit ist ein weit verbreitetes gesellschaftliches Phänomen, das sowohl die psychische als auch die körperliche Gesundheit belastet und auch im Arbeitskontext relevant ist. Der TK-Einsamkeitsreport macht deutlich: Einsamkeit ist kein Randthema, sondern eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft.
Quelle: TK-Einsamkeitsreport 2024